Kommunikation im Straßenverkehr

Samstag Mittag, ich befahre in Wiesbaden die Panoramastraße in Richtung Schönbergstraße. Will zum Bahnhof. Die Schönberg- ist Tempo 30 Zone, ergo gilt, wer von rechts kommt, hat Vorfahrt. Die Panorama- kommt von rechts. Es ist relativ viel Verkehr. Ein Auto nach dem andern fährt an der Panorama- vorbei, keiner macht Anstalten, die Vorfahrt zu gewähren. Ich passe es so ab, dass ich in einer Lücke lande. Der Fahrer des Wagens hinter der Lücke (Passat Kombi)  hupt mich an. Ich fahre weiter, zeige ihm 150m weiter das Zeichen, dass die 30er Zone beendet. Ich lasse ihn rankommen, er meint nur, das hätte er nicht gewusst. „OK“, antworte ich, „sonst noch etwas?“ „Ja was denn noch?“ erwidert er.  Der Satz „für mein ungerechtfertigtes Verhalten bitte ich um Verzeihung“ oder etwas vergleichbares kommt nicht. Will er nicht oder  kommt er nicht drauf. Resigniert und kopfschüttelnd fahre ich weiter. Seine  Beifahrerin brüllt mir aus dem Fenster hinterher: „Freundlichkeit, etwas mehr Freundlichkeit.“

Ist das zu glauben. Diese Menschen missachten die Vorfahrt und fordern dafür mehr Freundlichkeit. Anstatt mit gutem Beispiel voranzugehen. Erziehung Fehlanzeige. Ein Lehrgang „Verhalten im Straßenverkehr“ und ein paar Fahrstunden wären sicher besser gewesen, als die offensichtlich investierte Zeit beim injizieren von Farbe unter die Haut und dem Aufbohren der Ohren auf die Größe von 5-Mark-Stücken. Man muss Prioritäten setzen.

Sinnloses Hin- und Herfahren

Unverständnis fürs Zeigen des nach unten gerichteten Daumens erntete ich heute von einem maskierten Fahrer einer Suzuki. Dieser fuhr auf der Landstraße auf und ab, weil es ihm offenbar Spaß machte. Nach dem vierten Vorbeifahren hielt er dann an und fragte, was das solle. Ich machte ihm deutlich, dass der Daumen eine Meinungsäußerung darstelle, ich ihm damit sagen will, dass ich dieses Verhalten nicht gut finde. Dass es Lärm und Gestank verursachte war ihm egal. Sinnlos für mich, für ihn offenbar nicht. Ich solle mich um meine Angelegenheiten kümmern, ob ich kein Geld hätte für so ein  Gerät. Den Daumen bekommen von mir alle, die an mir vorbeirasen und dabei zu laut oder zu schnell sind. Alle Radfahrer bekommen den Daumen nach oben. Facebook offline, so wie früher. Ich hoffe, es schliessen sich noch andere dieser Meinung an. Wenn sich genug beschweren und die Heizer feststellen, dass sie nicht willkommen sind, bleiben sie vielleicht weg. Ich wage die Prognose, dass wir uns in 30 Jahren darüber unterhalten und es für kaum noch wahr halten, dass noch 2022 Menschen mit lärmenden und stinkenden Motorrädern andere Menschen belästigen durften. Das Gespräch beendete ich dann, als der Mann immer unsachlicher wurde.

Wie sich in einem weiteren Telefonat herausstellte, ist dieses Verhalten (also das beschriebene fahren) nicht einmal eine OWI. Das unnütze hin und herfahren mit einem motorisierten Fahrzeug ist nur innerorts verboten. Die Grünen wollen das ändern, werden das aber mit den Ampelpartnern nicht durchsetzen können. Deutschland ist dazu noch nicht bereit. Schade.

Erlebnis am Pfandautomat bei Edeka Pessios

Heute, 1600 MESZ bei Edeka Pessios in SWA. Ich bringe einen Bierkasten und ein paar Flaschen zurück und vergesse, da in Gedanken woanders, den Pfandbon mitzunehmen. Als ich dann zwei Minuten später dran denke und zurücklaufe ist der Bon bereits weg. Ich mache meinen Einkauf fertig, lege meine Beluga Linsen aufs Band, wie immer mit großem Abstand zum Vorgänger, damit noch Zeit ist, eben den neuen Kasten Bier zu holen. Der steht nur 8m entfernt. Hat nicht gereicht, der junge Mann am Scanner hat meine Linsen der Frau vor mir schon aufgedrückt. Es kommt zum Storno. Eine junge Frau mit Edeka-Shirt kommt und führt den Vorgang durch. Die spreche ich an:

„Ich war vorhin am Pfandautomat, habe vergessen, den Bon mitzunehmen. Kann man da was machen?“

Sie sagt: „rechts oder links?“

ich antworte: „der rechte, mit Blick auf die Automaten, wenn man davorsteht, ist keine 10 Minuten her“

Sie sagt: „Moment“,  kommt 3 Minuten später zurück und meint „warten Sie hier einen Moment, ich muss in den Laden, den Bon holen.“

Die Spannung steigt, es ist fast wie ein Krimi. Weitere 5 Minuten später kommt sie mit dem Bon in der Hand raus, sagt „kommen Sie mit, ich zahle ihnen das Geld an der Information aus.“

Ich will natürlich wissen, wie sie das gemacht hat, sie will nicht so recht. Dann frage ich Sie: „Sie haben ein Video vom Pfandautomat und auf diesem die Person erkannt, die den Bon entnommen hat, haben den Menschen im Laden gesucht und aufgefordert, den eingesteckten Bon rauszugeben?“

Sie antwortet: „Ja so ungefähr war es. Sie sagte noch, das sei eine Pfandunterschlagung, eine Straftat, wir erstatten auch schon mal Anzeige, in solchen Fällen. Aber da alles einvernehmlich ablief, verzichten wir heute drauf.“

Ich zollte der Mitarbeiterin meinen Respekt und bedankte mich für diesen Einsatz. Mit diesen 4,50EUR hätte ich im Leben nicht mehr gerechnet. Ich gehe aber auch davon aus, dass diejenige, die den Bon mitgenommen hat, den später an der Kasse oder Info als Fundsache abgegeben hätte. Einen Pfandbon unterschlagen, das macht doch niemand.