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Der Tieflader

September 27th, 2017

Vergangenen Samstag haben wir noch einmal das Foto auf dem Tieflader nachgestellt:

Vor 50 Jahren wurden wir so ├Ąhnlich schon einmal aufgenommen:

 

Der Tieflader ist noch genau der selbe. Lediglich das Auflageholz vorne und hinten wurde vom Meister einmal ersetzt. Die Grabsteine hatten sie weggerubbelt. Im Hintergrund hat es das SPORTPLATZ-Schild gekostet und nat├╝rlich die Sauerkirschb├Ąume vom Nachbarn, unserem „Onkel Richard“.

Das war der beste Kommentar im Spiegel Online seit langem.

http://www.spiegel.de/politik/ausland/donald-trump-und-die-neonazis-amerikas-geisterstunde-kommentar-a-1162866.html

Und wenn es den online nicht mehr gibt, dann poste ich ihn hier. Auch die feedbacks sind klasse.

https://archive.org/details/georgeblood

Vielleicht ist da ja was f├╝r Euch dabei. Viel Spa├č

Heute, auf dem Weg von der Arbeit nach Hause, fuhr ich mit dem Rad durch Martinsthal. Dort ├╝berholte ich einen dunkelh├Ąutigen jungen Mann auf dem Fahrrad, das Fahrrad optisch und akustisch l├Ąngst mit allen Komponenten weit ├╝ber der Verschlei├čgrenze. Den sehe ich nicht mehr, denke ich mir so, als ich vorbeifahre und gr├╝├če freundlich. Der junge Mann gr├╝├čt zur├╝ck. Ich muss dann in Schlangenbad links ab und schaue zwischendurch ein-zweimal zur├╝ck, ob ich ihn┬á noch sehe, mit seiner gr├╝nen Adidas-Schirmm├╝tze. Tats├Ąchlich, er bleibt dran. 50m vor dem Ortseingangsschild in Schlangenbad hat er mich wieder. Seine Reifen seien fast platt, erkl├Ąrt er mir. Auf die Frage Auto oder Presta sagt er Auto, also kann ich ihm Luft anbieten. Wir pumpen das Vorderrad auf, ich will das Hinterrad auch aufpumpen, da schaut mich schon der Schlauch aus zwei fetten L├Âchern der Flanken an. Forget about it denke ich mir, das wird nix. Wir fahren weiter, dabei stellen wir fest, dass wir beide nach SWA m├╝ssen, er wohnt dort im Fl├╝chtlingsheim. Die Steigung von Schlangenbad nach B├Ąrstadt hoch ist jeden Tag das Highlight unseres Heimweges. Dort schalte ich sch├Ân aufs kleine Kettenblatt und hinten auf eines der gr├Â├čten drei, dann gehts den Berg hinauf. Der junge Mann, wie sich herausstellt, Marathonl├Ąufer aus ├äthiopien, geht einfach kurz aus dem Sattel, wenn er es im Sitzen nicht mehr schafft. Und erzaehlt munter weiter, von der Flucht aus ├äthiopien, durch den Sudan, die Sahara nach Libyen, in einer Nussschale ├╝bers Meer nach Italien, Frankreich Deutschland. So erreichen wir flott B├Ąrstadt und bis zu uns und einem hei├čen Tee ist es nicht mehr weit. Ich stelle ihm die Schaltung ein, montiere einen neuen Reifen, der alte ist wirklich durch. Mit seinem Rad w├Ąre ich noch nicht einmal um den Block gefahren. Von seinem Hobby, dem Laufen hat er mir erz├Ąhlt. Den Gickellauf hat er gewonnen, 2015. Ich hab nachgeschaut, es stimmt.

Mein erster pers├Ânlicher Kontakt zu einem Fl├╝chtling

1982-2017

Juni 27th, 2017

8 Fotos auf Spiegel online, jeweils alle f├╝nf Jahre aufgenommen. Ach was, seht selbst:

http://www.spiegel.de/fotostrecke/usa-freunde-fotografieren-sich-alle-fuenf-jahre-fotostrecke-148956.html

Die polnische Ostsee war uns ja bereits von der „Frischen Nehrung“ und Danzig bekannt, jetzt ging also in den fast westlichsten Teil, den Polen zu bieten hat, Miedzyzdroje, aka Misdroy. Die Unterkunft war im gro├čen und ganzen so wie gebucht, die Bilder der Webseite nat├╝rlich aufpoliert, auf einem das Nachbargeb├Ąude mit Software entfernt. Gut, die Zimmer waren sehr hellh├Ârig, man konnte schon erkennen, ob er oder sie im Nachbarzimmer das Bad benutzte, die Details erspare ich Euch. Das Bad insgesamt etwas eng geschnitten, Balkon oder Terrasse gab es nicht, war aber auch nicht Bestandteil des Angebotes. Parksituation war wochenends angespannt, K├╝che enthielt die Basics, einen Schneebesen bekamen wir auf Nachfrage dazu. Alles noch ok, nochmal w├╝rde ich allerdings hier nicht hinfahren.

Die Menschen werden unterschieden zwischen den Eingeborenen, die hier leben und arbeiten und den letnicy (also den Sommerleuten, die nur zum Urlaub da sind). Von letzteres kommt ein betr├Ąchtlicher Anteil aus Deutschland. Alle waren sehr freundlich, am Gespr├Ąch interessiert. Mehrfach passiert es mir, dass meine drei, und viel mehr sind es wirklich nicht, Brocken polnisch gelobt werden und ich das auch verstehe. Smalltalk klappt ganz gut, aber am Telefon wirds dann schon schwierig.

Die Natur: Gro├čartig, liegt bestimmt auch etwas an der Jahreszeit, es ist Anfang Juni, alles ist gr├╝n. Die Natur explodiert geradezu vor Wachstum. Die W├Ąlder mit ihren Kiefern, Buchen und Eichen sind wirklich ein Traum. Wir halten es wie immer, fahren einen Tag mit dem Rad, den anderen gehen wir mit Rucksack und Wanderschuhen. Am Strand kann man letztere ausziehen. Zur Natur geh├Âren aber auch Dinge, die hier vor 70 Jahren in die K├╝ste hineinbetoniert worden sind, Bunker, Verteidigungsanlagen mit allen m├Âglichen Hilfsgeb├Ąuden. Abschussrampen f├╝r die V3-Kanone. Da steht soviel Beton, da w├╝rde man die komplette K├╝ste wegsprengen, wenn man das r├╝ckbauen m├Âchte. Das ist kaum zu glauben. Also l├Ąsst man es lieber stehen und wartet darauf, dass sich die Natur einen Teil wieder zur├╝ckholt, das ist voll im Gange. Den anderen Teil kann man ausstellen und Besucher reinschicken, so hat man ein paar Arbeitspl├Ątze. Ja, dass hier einmal alles deutsch war, sieht man im kleinsten Dorf, wenn am┬ásklep spozywczy der gemalte Schriftzug Kolonialwarenladen noch sichtbar ist.
Durch Miedzyzdroje geht im ├╝brigen auch ein Teil des Jakobsweges. Er ist sehr deutlich an der Jakobsmuschel zu erkennen. Wir sind auf dem Weg nach Swinoujscie ein paar Kilometer dem Zeichen gefolgt.

Auch Natur: Wer die Stra├čen verl├Ąsst und in den Wald geht, wom├Âglich noch ein paar sumpfige Wege begeht/bef├Ąhrt, so wie heute auf dem roten Szlak zwischen Miedzyzdroje und Lunowo, der spr├╝ht oder reibt sich besser mit Autan ein. Dann bleiben wenigstens die Moskitos (komary) von einem fern, gegen Pferdebremsen hilft das leider nicht, die muss man erschlagen, wenn man Zeit hat und nicht lenken muss.

Der Tourismus: Hier in Miedzyzdroje hat man sich ziemlich auf Massentoruismus eingestellt, man muss den Ort tags├╝ber nicht verlassen. Da wechseln sich kleine Spielhallen ab mit normalen Eisdielen, Waffelb├Ąckereinen und diesen Softeisautomaten, in der N├Ąhe der Mole auch noch mit Cafes. Man braucht nichts mehr mitzubringen, es gibt alles f├╝r den Strand zu kaufen. Der Fisch am Ende der Strandpromenade war allerdings lecker und einen echten Ausfall bei einem der Lokale konnten wir nicht feststellen. Will man mit Metallbesteck speisen, sollte man sich das mitbringen, so wie wir. Ansonsten gibts dort Plastik. Mit Einbruch der D├Ąmmerung wird der Ort/die Kurpromenade von einer Rotte Wildschweine heimgesucht, die w├╝hlen die M├╝lltonnen durch und veranstalten einen ziemlichen Dreck. Da passierte nichts, aber die Saison hat ja auch noch nicht richtig begonnen.

Der Strand ist gro├č und sch├Ân, manchmal am Wasser etwas gem├╝sig. Nachmittags am Strand waren wir nur am letzten Tag, im Wasser war nur meine Frau, ich lag lieber im Schatten und habe gechillt. Wenn Wind ist kann man super den latawiec aka kite fliegen lassen. Ob Wind da ist, kann man auch gut in der Webcam sehen, den sp├Ąter dort fliegenden Drachen nat├╝rlich auch. Einige Kitesurfer gab es auch zu sehen, die waren aber etwas weiter entfernt, so dass man keine Details erkennen konnte. Eine Kiteschule gibts aber auch hier.

Der Weg nach Swinoujscie f├╝hrte ein St├╝ck weit ├╝ber den Jakobsweg.

Die Kette war eh an der Verschlei├čgrenze, nach dem Urlaub wird alles getauscht.

Chillen am See.

Sonnenuntergang am Strand.

W├╝rden wir wiederkommen? Also ich glaube, nach Miedzyzdroje eher nicht, nach Swinoujscie schon, da waren wir am 1. Juni, mit den R├Ądern, das hat uns etwas besser gefallen. Aber die Ostseek├╝ste ist lang und wir haben l├Ąngst noch nicht alles besucht.

Wiesbaden wieder letzter

Mai 22nd, 2017

Damit h├Ątte wirklich keiner gerechnet:

https://sensor-wiesbaden.de/fahrradklimatest-wiesbaden-verteidigt-letzten-platz-und-bleibt-fahrradunfreundlichste-stadt-deutschlands/

Das kann man ├Ąndern, wenn man es m├Âchte.

Ich bin heute mit dem Fahrrad auf dem Weg nach Hause und halte wie meistens am Schlangenbrunnen in Schlangenbad. Es ist ca. 18 Uhr. Ein ├Ąlterer Mann, um die 75 f├╝llt gerade Wasserflaschen ab, ca. ein Dutzend 3-Liter Gef├Ą├če stehen noch links vor dem Brunnen. Die Frau (oder Freundin) des Herrn, etwa gleich alt, schleppt weitere Kanister aus dem Kofferraum an, der Wagen ist oben in der Innenseite der Kurve im Halteverbot abgestellt. Ihr ahnt schon, was passieren wird. Ich also oben vor der Treppe das Rad abgestellt und die 12 Stufen runtergegangen, meine 0,5l-PET-Flasche schon in der Hand, den Verschluss in der anderen Hand. Ich sage laut und deutlich: „Guten Tag“ und steige links an den Kanistern vorbei und stelle mich neben den Mann. Der zieht seinen Wasserkasten zur Seite und l├Ąsst mich die Flasche f├╝llen. Ich sage Danke und fange an zu trinken, ich war bereits 2km vor Georgenborn ohne Wasser unterwegs. Durst! Dann kommt die Frau dazu, wie gesagt, es ist bereits alles gelaufen, sagt zu ihrem Mann: „Heutzutage fragt keiner mehr. Er h├Ątte ja fragen k├Ânnen, das macht man ja auch nicht, dass man einfach so ├╝ber die Kanister steigt.“ Der Mann bejaht dieses unfl├Ątige Benehmen mit ein paar zustimmenden Worten, die mir nicht mehr ganz gel├Ąufig sind. Ich frage die Frau, ob die beiden sich gerade ├╝ber mich unterhalten. Sie bejaht. Ich frage weiter, ob ihr da nichts auff├Ąllt, sie beschwert sich gerade ├╝ber mangelnde direkte Ansprache, spricht aber selbst nur ├╝ber mich, anstatt mit mir. Ich sage der Frau, dass sie jetzt nicht mehr einmischen muss. Es sei alles geregelt, ich habe laut und deutlich „Guten Tag“ gesagt, dem Herrn war sofort klar, hier kommt einer mit Durst, er macht mal eben f├╝r 5 Sekunden die Zapfstelle frei, getreu dem Motto an deutschen Brunnen, „Sofortverzehr geht vor“. Alles erledigt. Gibt nichts mehr zu keifen. Die beiden Damen auf der Raucherbank, 5m weiter haben mir beide die Daumen hoch gezeigt. Verbitterte alte Menschen. Die hier waren von der Kategorie Privatpatient, aber die Baustelle mache ich ein anderes Mal auf. ok

Der Wettkampf in Wiesbaden am 2.7.2017 muss dieses Jahr ohne mich auskommen. Ich bin dagegen, dass bei einem Wettkampf Pedelecs erlaubt werden. Diese Fahrr├Ąder haben sicher ihre Berechtigung, um weniger zu schwitzen, wenn man zur Arbeit f├Ąhrt, und etwas schneller zu sein, f├╝r Leute nach einem Herzinfarkt oder um ├╝berhaupt in den Sport reinzukommen. Aber bei einem Wettkampf haben sie meines Erachtens nichts verloren. Dann w├Ąren wir n├Ąmlich beim Motorsport. Genausowenig haben Pedelecs und die st├Ąrkere Variante bis 40km/h etwas in den Alpen verloren, wo v├Âllig unge├╝bte Menschen nur aufgrund der elektrischen Unterst├╝tzung in Regionen vordringen, in die sie vorher nur mit dem Sessellift gekommen sind. Nur hier gibt es keine Lifte mehr. Hier wird dann die Bergrettung ben├Âtigt.

Dass das niemanden juckt ob ich mitfahre oder nicht ist mir schon klar, aber vielleicht gibts ja noch mehr, die das st├Ârt. Ich kann Alex Voos verstehen, der braucht die Kohle. Wir werden sehen, wie die Resonanz ist.

Seit 2 Wochen haben wir das Rotlicht in Betrieb. Zugegeben, ich habe mich lange gestr├Ąubt, 90 EUR f├╝r EIN R├╝cklicht auszugeben, aber ich h├Ąnge sehr am Leben und noch mehr an dem meiner Frau. Und da man hinten keine Augen hat und man nicht zu 100 Prozent auf Waldwegen unterwegs sein kann, war es Ende M├Ąrz soweit und ich habe zwei der Lichter bestellt. Und gleich nach der ersten Fahrt habe ich alle anderen bisher vorhandenen R├╝cklichter abmontiert, die Akkus entnommen und verschrottet. Man braucht sonst nichts mehr. Das Rotlicht leuchtet in der schw├Ąchsten Stufe ├╝ber 30 Stunden und solange ist selbst von EUCH keiner unterwegs. Und tags├╝ber wirkt es als Bremslicht. Die Helligkeit ist verbl├╝ffend. Probierts einfach mal aus. Hier bitte

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